Die Geschichte eines Wahrzeichens

 

Von nahezu jeder Stelle in Bad Hönningen sieht man dieses imposante Schloss, welches seit dem 13. Jahrhundert über Bad Hönningen wacht. Jedoch hat das Schloss sein heutiges Antlitz erst in den Jahren 1849 bis 1855 durch den Kölner Dombaumeister Zwirner erhalten.

 

Eine Besonderheit des Schlosses Arenfels ist sein zweiter Name „Jahresschloss".

Der Name kommt dadurch zustande, dass es 365 Fenster, 52 Türen und zwölf Türme hatte. Heute sind leider nicht mehr alle Türme erhalten. 

 

Auf dem Felsplateau über dem Rhein erbaute Heinrich II. von Isenburg die erste Wehranlage. Diese war um einiges kleiner als das heutige Schloss. Die Baumaterialien stammen aus der Felsformation, auf dem auch noch das heutige Schloss steht. In der „Bastei", einem der Schlossräume, in dem heute gefeiert werden kann, sieht man diesen Fels noch naturbelassen. Erstmals erwähnt wurde das Schloss in einer Bürgschaftserklärung als „Burg Arenvelz" am 6. August 1259.

 

Von der ursprünglichen Burg ist heute bis auf den ummauerten Bergfriedsockel nichts mehr erhalten. Im Jahre 1371 erlosch die Linie Isenburg-Arenfels und so kam die Burg an das Kurfürstentum Trier. Diese vergab die Anlage als Lehen an die Familie von Isenburg-Grenzau.

 

Das Renaissanceschloss

 

Graf Salentin von Isenburg-Grenzau baute in der zweiten Hälfte 16. Jahrhunderts die Burg zu einem Schloss aus. Er ließ den Ostflügel im Stil der Renaissance errichten und verband diesen über den Mittelflügel mit dem bereits vorhandenen Westflügel. Da das Schloss nicht mehr als Wehranlage gebraucht wurde, wurden alle wehrhaften Teile der Burg entfernt oder umgebaut. Der Halsgraben wurde zugeschüttet, während der alte Bergfried in den Mittelflügel integriert wurde.

 

Wegen der fehlenden Befestigungen konnten schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg das Schloss leicht einnehmen und besetzt halten.

 

Im Jahre 1664 endete die männliche Linie des Geschlechtes Isenburg-Grenzau. Der amtierende Trierer Erzbischof übergab das Schloss an Kaspar von der Leyen. Das Geschlecht von der Leyen ließ die heutigen Wirtschaftsgebäude im Norden der Anlage errichten und baute das Schloss mit beachtlichem Aufwand zur bevorzugten Sommerresidenz der Familie aus. 

 

Während des Niederländisch-Französischen Krieges 1672-1678 war das Schloss durch den französischen Marschall Henri de La Tour d´Auvergne besetzt. Er befehligte die französische Armee am Niederrhein. 

 

Umbau im Stil der Neugotik

 

Bis ins Jahre 1848 blieb das Schloss im Besitz der Familie von der Leyen, jedoch fehlten der Familie ab dem 19. Jahrhundert die finanziellen Mittel, um das Schloss ausreichend zu erhalten. Die Folge war der allmähliche Verfall des Schlosses und der umliegenden Gebäude.

 

Im Jahre 1848 wurde das Schloss dann schlussendlich an den Reichsgrafen Friedrich Ludolf von Westerholt-Gysenberg verkauft, der die heruntergekommenen Gebäude ab 1849 wieder instand setzen ließ, um dort mit seiner Frau zu leben. 

Für die Bauarbeiten wurde der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner engagiert. Er baute die Anlage bis 1855 nach englischen und mittelalterlich-deutschen Vorbildern im Stil der Neugotik um. Diese Änderungen waren nicht im Sinne des Bauherren, der zu Beginn der Sanierung ein Renaissanceschlosses im Sinn hatte. Doch Zwirner gelang es den Bauherrn ein ums andere mal zu überzeugen. 

 

Des Weiteren gestaltete Zwirner auch das innere des Schlosses vollkommen neu. Die Arbeiten dauerten bis 1858 und die Kosten stiegen von geschätzten 30.000 Talern auf 135.000 Taler. Obwohl Schloss Arenfels zu den herausragenden Beispielen der rheinischen Neugotik gezählt wird, zeigt ein Zitat Ludolf Friedrichs von Westerholt-Gysenberg, dass Zwirners Bauwerk bei ihm nicht auf viel Gegenliebe stieß: 

"Um das unwiederbringlich zerstörte Renaissanceschloss wird es schade sein! Nur, dass viele Kunst-Banausen das Schloss schön finden, gibt mir etwas Trost."

 

Ab dem 20. Jahrhundert

 

Kurz vor dem zweiten Weltkrieg wurden noch einige Verschönerungsarbeiten am Schloss durchgeführt. Durch den Zweiten Weltkrieg wurden viele Bereiche den Schlosses starkt beschädigt. Am 15. März 1945 wurde das Schloss an die Amerikaner übergeben. Nach einer Besatzungszeit von acht Wochen übergaben diese das Schloss in einem geplünderten und stark verschmutzen Zustand an die französische Besatzung.

 

Im Jahr 2000 wurde ein Sanierungsprogramm beschlossen, welches unter dem aktuellen Eigentümer Antonius Freiherr Geyr von Schweppenburg immer noch läuft.